Kasualien

Kasualien* in unseren Gemeinden

* Als Kasualien oder Amtshandlungen bezeichnet man kirchliche Zeremonien oder Handlungen, die von einem Pfarrer für bestimmte Einzelpersonen durchgeführt werden. Das Wort Kasualien ist vom lateinischen casus „der Fall“ abgeleitet – die Kasualien werden sozusagen „im Einzelfall“, man kann auch sagen „bei Bedarf“ ausgeführt.
Sie finden hier Informationen über die Taufe und Trauung (auch Heirat oder Hochzeit genannt) sowie demnächst auch über die Beerdigung (Bestattung). Auch die Konfirmation zählt man zu den Kasualien, wenngleich hier auch der Gottesdienst i.d.Regel nicht für Einzelpersonen, sondern für eine Gruppe gehalten wird.
Die Anmeldungen zum Konfirmandenunterricht erhalten Sie demnächst bereits vor den Anmeldegottesdiensten hier. Bitte drucken Sie das Formular aus und geben es ausgefüllt im Gemeindebüro, Hauptstraße 40, 31637 Rodewald ab.

Die Taufe

Unsere Gemeinden taufen in der Regel im sonntäglichen Hauptgottesdienst, i.d. Regel am ersten Sonntag im Monat.
Die Anmeldung zur Taufe können Sie herunterladen.

Was ist die Taufe?

Viele Menschen lassen ihre Kinder taufen, weil sie ahnen oder wissen: Sie können nicht allein sicherstellen, dass das Leben ihres Kindes gelingt und glücklich wird. Mit der Taufe vertrauen sie ihr Kind Gott an, der es auf seinem Lebensweg begleiten soll. Gottes Segen, der dem Kind in der Taufe zugesprochen wird, ist das Zeichen dafür, dass unser Leben bei Gott geborgen ist – was auch geschieht.
Die Taufe ist aber auch der Schritt ins Christin- oder Christsein. Mit der Taufe wird der Mensch in die christliche Gemeinde, in die Kirche, aufgenommen und gehört von nun an zu Gott. Diese Zugehörigkeit kann man nicht verlieren.
Die Taufe ist schließlich das gemeinsame Kennzeichen aller Christinnen und Christen in der Welt. Sie ist nach protestantischem Glauben die einzige Voraussetzung, um zu Gott und zur Gemeinde zu gehören. Die Taufe wird mit Wasser und im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, vollzogen; in dieser Form wird sie von allen christlichen Kirchen anerkannt.
(Ausnahme: Die Baptisten lehnen die Kindertaufe ab und verlangen, dass der Täufling sich bewusst für ein christliches Leben entscheidet. Daher werden als Kinder Getaufte in baptistischen Gemeinden wiedergetauft).

Wie sieht ein Taufgottesdienst aus?

Im Prinzip ist eine Taufe mit Wasser und im Namen des dreieinigen Gottes eine gültige Taufe; dennoch gibt es in der evangelischen Kirche weitere Elemente, die für die Taufe unverzichtbar sind:
Der Taufbefehl erinnert uns daran, in wessen Namen und Auftrag wir taufen.
Jesus spricht: „Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum geht hin und macht zu Jüngern alle Völker: Tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Matthäus 28, Verse 18-20)
Ein Mensch wird auf den christlichen Glauben getauft. Was dieser Glaube beinhaltet, davon spricht das Glaubensbekenntnis. Dabei kommt es nicht darauf an, alles zu glauben, sondern sich ein Leben lang damit auseinanderzusetzen.
Das Glaubensbekenntnis lautet:
„Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.“
Zum Christsein gehört der Glaube, das Vertrauen auf Gott (Hebräer 11, Vers 1), wesentlich dazu. Das kann ein Kind noch nicht. Deshalb versprechen die Eltern bei der Taufe, dass sie ihr Kind christlich erziehen wollen, damit es eine Chance bekommt, Gott kennen zu lernen und zum Glauben zu finden.

Die Paten vertreten bei der Taufe die christliche Gemeinde.
Sie stehen dafür ein, dass das Kind in eine Gemeinschaft hineinwächst, die größer ist als die Familie. Deshalb muss mindestens eine/r der Paten Mitglied einer christlichen Kirche sein.
Pate kann jeder getaufte Christ werden, der Mitglied einer der christlichen Kirchen im Verbund der ACK ist. Ungetaufte oder aus der Kirche ausgetretene Christen fehlt grundsätzlich die Pateneignung.

Fragen an die Eltern und an die Paten

Liebe Eltern!
Ihr Kind ist Ihnen als Gabe Gottes anvertraut. Es soll durch die Taufe zu Gott gehören. Wollen Sie das Ihre dazu tun, dass in diesem Kind der Glaube an Jesus Christus wachsen kann, und sind Sie bereit, Ihr Kind in der Verantwortung vor Gott zu erziehen, so sprechen Sie: Ja, mit Gottes Hilfe.

Liebe Paten!
Wollen Sie als Glieder der christlichen Gemeinde den Eltern bei der Erfüllung ihrer Aufgabe helfen und für dieses Kind Verantwortung vor Gott übernehmen, so sprechen Sie: Ja, mit Gottes Hilfe.

Die Taufhandlung

Bei der Taufe wird dem Täufling mit der Hand Wasser über den Kopf geschöpft. Dabei wird sein/ ihr Taufspruch genannt. Der Taufspruch ist ein Wort der Bibel, das über dem Leben des Täuflings stehen und ihn / sie begleiten soll; der Taufspruch drückt Gottes Zusage und Zuwendung an diesen Menschen aus. Über den Taufspruch wird auch in der Regel die Ansprache des Taufgottesdienstes gehalten.

Was wird benötigt für die Taufe?

Wenn Sie Ihr Kind taufen lassen wollen, benötigen wir von Ihnen die Geburtsurkunde des Kindes oder Ihr Stammbuch – dort kann die Taufe dann auch eingetragen werden. Außerdem brauchen wir von allen Paten einen Patenschein. Ihre Patin / Ihr Pate müssen dazu mit dem zuständigen Pfarramt Kontakt aufnehmen. Das Pfarramt stellt auf Wunsch einen Patenschein aus (kostenlos); dieser kann dann im Gemeindebüro abgeholt werden oder wird per Post zugeschickt.
Rechtzeitig vor der Taufe wird das Taufgespräch geführt. Dabei wird der Taufgottesdienst besprochen (Liedauswahl, Mitwirkung der Paten, Blumenschmuck, Taufspruch) und Sie haben Gelegenheit wichtige Fragen zu stellen.

Der Taufspruch

taufeDer Taufspruch ist ein Bibelwort, das wie ein Motto oder eine Überschrift über dem Leben des Täuflings stehen soll. Der Taufspruch bildet meist das Thema der Ansprache bei der Taufe. Die folgende Auswahl soll Ihnen bei der Entscheidung für einen Taufspruch helfen; Sie können aber auch selbst in der Bibel nach einem passenden Bibelvers suchen. Wenn Sie sich für ein Bibelwort entschieden haben, notieren Sie bitte die Bibelstelle. Bitte denken Sie auch daran, dass es verschiedene Übersetzungen der Bibel aus den Ursprachen Hebräisch (Altes Testament) und Griechisch (Neues Testament) gibt. Wenn Sie einen bestimmten Wortlaut wünschen, sagen Sie das bitte beim Taufgespräch. Beim Taufgespräch können Sie mit dem Pastor oder der Pastorin über den Taufspruch sprechen; er kann Ihnen auch helfen, ein passendes Bibelwort zu finden. Gute Vorschläge finden Sie .

Die Trauung

Die Anmeldung zur Trauung können Sie herunterladen.

Liebe braucht keine Papiere – doch eine Trauung braucht Dokumente – Termine – Abläufe…

Sie wollen Ja zueinander sagen. Wie schön! Vielleicht schwanken Sie noch, ob Sie sich auch in der Kirche das Jawort geben wollen.
Dazu möchten wir Ihnen Mut machen. Denn wir sind überzeugt: Wenn zu Ihrer Liebe der Segen Gottes hinzukommt, dann gelingt das gemeinsame Leben.
Um Gottes Segen für Ihre Lebensgemeinschaft zu erbitten, darum geht es in der kirchlichen Trauung. Wenn Sie glauben, dass sie Ihnen guttun wird, haben Sie schon das Entscheidende getan. Die Kirche möchte Ihre Ehe begleiten. Sollten Sie nicht mehr oder noch nicht Kirchenmitglied sein, kann Ihre Eheschließung Anlass eines Eintritts werden. Sie haben auch die Wahl bei der Gestaltung des Gottesdienstes. Vorschläge zu Liedern und Texten haben wir auch für Sie zusammengestellt. Näheres erfahren und verabreden Sie bitte mit Ihrem Pastor.

Notwendiges für die standesamtliche Trauung

  • Stammbuch der Eltern
  • Geburts- oder Abstammungsurkunden beider Partner
  • Gültiger Personalausweis oder Reisepass
  • Meldebescheinigung Ihres Einwohnermeldeamtes
  • evtl. bis zu zwei Trauzeugen (seit 1998 sind sie nicht mehr zwingend nötig)

Notwendiges für die kirchliche Trauung

  • Heiratsurkunde, diese erhalten Sie nach der standesamtlichen Trauung vom Standesamt.
  • Falls Ihre Traukirche nicht Ihre Heimatkirchengemeinde ist, benötigen Sie einen Entlassungsschein (Dimissoriale) von der Kirchengemeinde Ihres ersten Wohnsitzes. Zur Trauung selbst bringen Sie bitte das Stammbuch mit.

Das Traugespräch

Mit dem Pastor, der sie trauen wird: Dieses Gespräch dient – falls das noch nicht der Fall ist – dem gegenseitigen Kennenlernen. Vom Traugespräch hängt ab, ob Ihr Festtag auch so verläuft wie Sie sich das erhoffen. Sie selbst können dazu eine Menge beitragen. Je mehr Sie sich zu erkennen geben, umso besser kann sich Ihr Pastor ein Bild von Ihnen machen, und das bedeutet für die Traupredigt: umso persönlicher wird sie schließlich. Bedenken Sie, dass die Traupredigt für den Pastor eine schwierige Gratwanderung ist. Einerseits ist sie eine recht private Rede zu einem sehr intimen Vorgang: zwei Menschen wollen ihr Leben miteinander teilen, und er soll Ihnen dazu etwas sagen, was Ihnen dabei helfen kann.
Andererseits ist jede Traupredigt auch eine öffentliche Rede. Außenstehende sind mit dabei, nicht nur Eltern und Geschwister, sondern auch Freunde und ggf. Nachbarn. Nun muss der Pastor die Predigt so abfassen, dass sie einerseits persönlich auf Sie zugeschnitten ist, andererseits aber Ihre Würde, Ihre Intimität, Ihr Persönlichstes nicht verletzt wird. Und dabei können Sie ihm behilflich sein – in Ihrem eigenen Interesse.
Erzählen Sie von den Anfängen Ihrer Liebe und scheuen Sie sich nicht. Wie Sie sich kennen lernten. Erzählen Sie auch, wo es evt. schwierig wurde. Markieren Sie, was aus Ihrer Sicht in die Traupredigt eingehen kann und was nicht.
Andere Fragen, die Sie im Vorfeld miteinander durchdenken sollten:

  • Möchten Sie Kinder haben?
  • Was könnten Kinder für Sie bedeuten (in der Gegenwart und später im Alter)?
  • Welches ist für Sie bisher die glücklichste Zeit im Leben gewesen?
  • Was ist für Sie ganz persönlich Glück?
  • (Auch wenn es hier zunächst fremd erscheinen mag als Frage:) Wie müssten Sie leben, um am Ende später einmal „selig sterben“ zu können?
  • Wie regeln Sie die Verteilung von Haushaltsaufgaben ohne in einen unseligen“Arbeitsverteilungskampf“ zu geraten?
  • Was bedeutet Ihnen Gott und wie stellen Sie sich ihn vor?
  • Haben Sie schon einmal erfahren, wie Sie durch Glauben einen Ausweg aus
  • einer völlig verfahrenen Situation gefunden haben?

Die Beantwortung der Fragen ist kein Muss. Es sind Denkanstöße, die zur Klärung der Situation helfen können, damit Ihr Festtag zu dem Fest wird, was Sie sich für den „offiziellen“ Anfang Ihrer gemeinsamen Zeit erhoffen.
Was Sie noch besprechen sollten:

  • Auswahl des Trauspruches, der Grundlage der Ansprache sein wird. finden Sie gute Vorschläge.
  • Auswahl von Kirchenmusik und Kirchenliedern. Einige Vorschläge können Sie herunterladen
  • Die mögliche Mitwirkung von Freunden und Verwandten bei Lesungen und Gebeten
  • Die Bestimmung des Verwendungszwecks der Kollekte
  • Blumenschmuck in der Kirche
  • Parkmöglichkeit bei der Kirche
  • Besprechung der Zeitpunkte, zu denen in der Kirche fotografiert / gefilmt werden kann

Ihre Hochzeit ist einmalig, nicht wiederholbar!hochzeit